Tänze in Peru – “La Marinera”

¡Oh mi voz condecorada con la insignia marinera: sobre el corazón un ancla, y sobre el ancla, una estrella, y sobre la estrella, el viento, y sobre el viento, la vela!

Rafael Alberti über den Tanz
https://blog.redbus.pe/wp-content/uploads/2018/01/Marinera_Norte%C3%B1a.jpg

Bei der Marinera handelt es sich um einen von Perus beliebtesten Tänzen. Dieser zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er als unabdingbarer Teil der peruanischen Kultur gesehen wird, sondern auch dadurch, dass er die die für die lateinamerikanischen Staaten typische, jedoch teilweise wenig von der Regierung unterstützte Multikulturalität zur Schau stellt.

Diese Bedeutung ist auch durch ihre Würdigung als  Patrimonio Cultural de la Nación durch das Instituto Nacional de Cultura del Perú (seit 1986) von der Regierung anerkannt. Desweitern unterstreicht die Tatsache, dass es in Peru einen Día de la Marinera, nämlich den 7. Oktober gibt, ihre identitätsstiftende Funktion für die Peruaner.

Ursprünge des Tanzes

Die Anfänge der Marinera finden sich im kolonialen Spanien. In dieser Zeit gab es einen Tanz namens Minué, der besonders beliebt bei den Wohlhabenden des 17. Jahrhunderts war und auch am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig dem XVI. war.

Quelle: https://www.ecured.cu/images/thumb/f/f4/Minue1.jpg/520px-Minue1.jpg

Dieser höfische Tanz wurde von den indigenen und afrikanischen Sklaven in den Herrenhäusern nachgeahmt und dann im Zuge der Zeit neu nach ihren Traditionen mit heitereren und heimischen Rhythmen interpretiert.

Kulturelle Vielfalt

Der Tanz war schon immer ein Paartanz, ein Inbegriff des Werbens und der Glückseligkeit und die peruanische Interpretation des Minué wurde kurz darauf Fandango genannt.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts tritt dann der Tondero zum Vorschein, der in seinem Wesen als sehr rebellisch und aufmüpfig von der katholischen Kirche eingestuft wurde, weil er sich an der Verfolgung der Henne durch dem Hahn, einem tierischen Verhalten also, orientierte. Trotz seines Verbots durch die spanische Kirche und andere spanische Institutionen überdauerte der Tanz und vermischte sich mit dem Fandango. Diese Fusion wurde Zamacueca genannt.

Manche Historiker setzen diesen Tanz in Verbindung zu einen Tanz, der schon bei den Inkas praktiziert wurde. Zawani (Tanz des Ruhetags) und Zamiquiqui (Ruhetag des Campesinos im Virreinato) sind zwei Worte aus dem Quetchua, die beide diesen Ursprung aufweisen und vermutlich die Zamacueca beeinflusst haben.

Andere Historiker halten an einem afrikanischen Ursprung des Tanzes fest, den man im Namen “Zamba Clueca”, laut dem der Tanz den Bewegungen, die eine farbige Frau beim Eierlegen machen würde, nachempfunden ist.

Danach erfuhr die Zamacueca viel Input aus verschiedenen Kulturen und in Peru bildete sich eine spezielle Form dieses Tanzes, die bald in ganz Lateinamerika berühmt wurde und auch in Chile praktiziert wurde, wo sie La Chilena als Beinamen bekam. In Peru war der Tanz unter verschiedenen Namen unter anderen Tondero, Mozamala oder Sajuarina bekannt. Es gab nicht nur eine Bezeichnung.

Quelle: https://youtu.be/LDa-nufsQaM

Während des Krieges mit den Chilenen ließen die Peruaner nicht zu, dass sie sich ihren Tanz einverleibten. Zu diesem Zweck taufte Abelardo Gamarra Rondó, der auch den Beinamen El Tunante(=der Schlingel) trug, in einem Artikel namens Marinera le pusimos y Marinera se quedó”, der in der Zeitung El Nacional publiziert wurde, den Tanz Marinera.

Er wählte diesen Namen nicht ohne Grund, denn im Krieg war die beliebte, peruanische Marine zu einem Symbol für alle Bürger geworden.

Bedeutung und Praktizierung des Tanzes in der Gegenwart

Wie schon in der Einleitung angedeutet ist die Marinera immer noch einer der bedeutungsträchtigsten Tänze Perus, wenn nicht sogar der Bedeutungsträchtigste. Laut Experten unterscheidet er sich von den anderen traditionellen Tänzen wie zum Beispiel dem argentinischen Tango, dadurch das im Tanz die Frau nicht nur als Unterstützung des Mannes fungiert. Heutzutage tanzen die Frauen die Marinera gewagt und freundlich, während sie vor 30 Jahren ihrem Tanzpartner noch nicht mal in die Augen schauen durften.

Wie bei anderen Tänzen auch gibt es viele Wettbewerbe wie den Concurso Nacional de la Marinera und auch zahlreiche Varianten des Tanzes (limeña, serrana, norteña, con caballo de paso).

https://youtu.be/b8BOJ4a09xs

Spanischsprachiger Blogeintrag zum Thema:

Un comentario en “Tänze in Peru – “La Marinera”

  1. Tänze spielen in Lateinamerika eine große Rolle, deswegen finde ich es sehr schön, dass du einen vorstellst! Besonders gefällt mir, wie die Frau eine so leitende Rolle hat, wobei sie im Paartanz ja normalerweise sehr stark vom Partner geführt wird.

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